Mein Leben ist langweilig …

… und das finde ich ganz zauberhaft. Aber da gibt es diese eine Frage, die hin und wieder alles ins Wanken bringt.

Diesen einen Moment in fast jedem Gespräch. Er kommt leise, fast beiläufig – und trifft mich doch jedes Mal ein kleines bisschen. Ich sitze mit Freunden zusammen, wir trinken Kaffee oder ein Glas Wein, und sie erzählen von ihrem Leben. Von Wochenenden, die sich anfühlen wie kleine Filme. Von neuen Restaurants, spontanen Städtetrips, langen Nächten, besonderen Begegnungen. Ihre Geschichten sind bunt, lebendig, manchmal laut. Und ich höre ihnen wirklich gerne zu, mag ihre Energie, ihre Begeisterung, dieses Funkeln in den Augen, wenn sie von etwas erzählen, das sie berührt hat.

Und dann kommt sie. Diese eine Frage: „Und du? Was hast du so gemacht?“

Ein kurzer Moment der Stille. Ich lächle und denke: nichts Besonderes. Früher hat sich genau dieser Moment unangenehm angefühlt, fast so, als müsste ich jetzt etwas liefern. Eine Geschichte, die mithalten kann. Etwas, das interessant genug ist, um erzählt zu werden. Aber da war oft … nichts.

Kein fancy Restaurant, kein perfekt inszenierter Brunch mit instagrammable Kaffee, kein aufregender Ausflug, der sich in ein paar Slides pressen lässt. Stattdessen habe ich ausgeschlafen, gelesen, eine Serie geschaut, bin spazieren gegangen – durch den Wald, die Heide oder das Moor. Manchmal habe ich einfach nur gesessen, geschaut, geatmet.

Und ich habe mich gefragt: Reicht das? Bin ich langweilig? Verpasse ich etwas?

Die leise Angst, nicht genug zu leben

Diese Fragen entstehen nicht einfach so. Sie wachsen in einer Welt, die ständig in Bewegung ist, in der Erlebnisse sichtbar gemacht werden – kuratiert, gefiltert, geteilt. Es entsteht schnell das Gefühl, dass Leben dann besonders wertvoll ist, wenn es auch besonders aussieht. Wenn es laut ist, schnell, abwechslungsreich und vor allem erzählbar.

Mein Leben fühlte sich lange wie das Gegenteil an. Ruhig, wiederholend, unaufgeregt. Fast so, als würde ich am Rand stehen und anderen dabei zusehen, wie sie richtig leben. Und irgendwo tief drin saß diese leise Angst, nicht genug aus meinem Leben zu machen. Nicht genug zu erleben. Nicht genug zu sein.

Ich habe mich dabei ertappt, mein eigenes Leben durch die Linse der anderen zu betrachten, als wäre es ein Vergleich, den ich verlieren könnte. Und je mehr ich verglichen habe, desto kleiner wirkte das, was ich hatte – obwohl es sich eigentlich gut angefühlt hat.

Der Moment, in dem sich etwas verschiebt

Ich kann nicht genau sagen, wann sich etwas verändert hat. Es war kein plötzlicher Wendepunkt, kein großes Aha-Erlebnis. Eher ein leises Umdenken, das sich langsam eingeschlichen hat. Vielleicht begann es an einem dieser Spaziergänge. Es war kühl, die Luft klar, der Boden weich unter meinen Füßen. Ich blieb stehen, einfach so, ohne Ziel. Und plötzlich war da dieses Gefühl: Ich bin genau richtig hier.

Kein Drang, woanders zu sein. Kein inneres Ziehen, das mir sagt, ich müsste mehr erleben, mehr sehen, mehr tun. Nur dieser Moment, still und vollständig. Und zum ersten Mal kam mir der Gedanke: Vielleicht ist mein Leben nicht langweilig. Vielleicht ist es einfach ruhig. Und vielleicht ist genau das etwas sehr Wertvolles.

Seitdem hat sich mein Blick verändert. Ich sehe nicht mehr nur das, was fehlt, sondern das, was da ist. Die erste Tasse Kaffee am Morgen, wenn die Welt noch leise ist. Das Rascheln der Blätter und der Gesang der Vögel bei einem Spaziergang im Wald. Das Gefühl, in einem Buch zu versinken oder sich auf dem Sofa in eine Geschichte zu verlieren. Ein verregneter Samstag, an dem nichts passiert – und genau darin seine Schönheit liegt.

Das sind keine großen Geschichten. Aber sie sind echt. Und sie gehören mir.

Weniger als Mangel – oder mehr als Entscheidung?

Ich glaube, wir verwechseln oft ein ruhiges Leben mit einem leeren Leben. Mein Leben ist nicht leer. Es ist nur nicht ständig gefüllt mit Dingen, die nach außen sichtbar sind. Es passiert viel – nur eben innen. Gedanken, Gefühle, Reflexion. Ein anderes Tempo, das weniger Raum für Ablenkung lässt, aber mehr Raum für Wahrnehmung.

Wir leben in einer Zeit, in der mehr fast immer als besser gilt. Mehr erleben, mehr sehen, mehr ausprobieren, mehr teilen. Stillstand wirkt schnell wie Rückschritt. Aber ich habe für mich gemerkt, dass dieses Mehr mich nicht automatisch erfüllt. Im Gegenteil: Es hat mich manchmal eher von mir selbst entfernt. Ich habe Dinge gemacht, weil ich dachte, ich sollte, nicht, weil ich sie wirklich wollte.

Erst als ich angefangen habe, mich davon zu lösen, wurde es ruhiger in mir. Der Umzug an den Stadtrand, näher an die Natur, hat diesen Prozess verstärkt. Plötzlich war da mehr Raum, mehr Stille, mehr Abstand. Und mit diesem Abstand kam Klarheit. Ich musste nicht mehr ständig irgendwohin, um das Gefühl zu haben, dass mein Tag zählt. Ich konnte einfach da sein.

Ich habe begonnen, meine Tage weniger zu planen und mehr zu spüren. Mich zu fragen, was ich wirklich brauche und nicht, was ich tun sollte. Oft war die Antwort überraschend simpel: Ruhe, Zeit, nichts. Und genau darin lag plötzlich kein Mangel mehr, sondern eine bewusste Entscheidung.

Mein Leben, in meinem Tempo

Heute fühlt sich vieles oft leichter an. Ich brauche nicht mehr das Gefühl, ständig beschäftigt zu sein, um mich wertvoll zu fühlen. Ich muss mein Wochenende nicht „füllen“, damit es sich gelungen anfühlt. Die stillen Tage sind nicht mehr die, die ich rechtfertigen muss – sondern die, die ich am meisten schätze.

Ich versuche, mein Leben weniger mit dem anderer zu vergleichen. Nicht, weil ihr Leben weniger wert wäre, sondern weil es einfach anders ist. Wir haben unterschiedliche Bedürfnisse, unterschiedliche Rhythmen, unterschiedliche Wege. Was für den einen aufregend und erfüllend ist, kann für den anderen anstrengend sein unnd umgekehrt.

Wenn mich heute jemand fragt: „Was hast du gemacht?“, dann sage ich nicht mehr „Nichts“. Ich sage: „Ich hatte ein ruhiges Wochenende.“ Oder: „Ich war viel draußen.“ Oder einfach: „Ich habe mir Zeit für mich genommen.“ Und das fühlt sich nicht mehr wie eine Ausrede an, sondern wie eine Entscheidung.

In einer Welt, die immer schneller wird, ist Ruhe zu einem echten Luxus geworden. Und vielleicht ist dieses langweilige Leben, das ich früher hinterfragt habe, genau das, wonach viele suchen. Nicht laut, nicht spektakulär, nicht perfekt, aber ehrlich.

Vielleicht ist es gar nicht langweilig. Vielleicht ist es Frieden.

Und wenn du dich manchmal fragst, ob dein Leben aufregend genug ist, ob du genug erlebst oder ob du etwas verpasst, dann möchte ich dir sagen: Du darfst dein eigenes Tempo haben. Du darfst dich für ein Leben entscheiden, das sich für dich gut anfühlt – auch wenn es nach außen unspektakulär wirkt.

Mein Leben ist langweilig. Und ich würde es gerade gegen nichts eintauschen.

Was war los gewesen, oder: Warum ich jetzt Content Creatorin werde

Die Zeit rast. Es ist bereits Mitte März und viel geschrieben habe ich hier ja nicht. Dafür viel vor. Eine Sache, die ich gerne wieder möchte, ist, eine Online-Community. Ich hab das früher geliebt, als das alles noch auf Twitter statt fand. Darüber und über das Bloggen habe ich so viele tolle Menschen kennengelernt, die teilweise auch heute noch, viele Jahre später, Teil meines Lebens sind und die ich nicht mehr missen möchte. Die Zeit war jedoch eine völlig andere.

Was fehlt mir?

Ich mag Instagram. Ich bin damit im Internet groß geworden, kenne es fast von Anfang an und ich mag mich nicht mit was anderem anfreunden. Es ist einfach auf eine Art mein Heimathafen. So, wie es das Bloggen eben auch ist.

Instagram hat sich jedoch verändert. Mir wurde es mit der Zeit zu laut. Die polarisierend. So ein bisschen B*LD-Zeitungsmäßig. Aber: Das liegt auch mit an mir selbst. Man kann jetzt von dem intransparenten Algorithmus halten, was man mag. Ich habe jedoch schon festgestellt, dass ich mit dem, was ich konsumiere und teile dazu beitragen kann, was ich tagtäglich sehe und konsumieren kann. Mit meinem neuen Account wollte ich mir wieder eine kleine Wohlfühlbubble erschaffen. Es soll ein Ort sein, an dem ich mit wohl und zuhause fühle. Muckelig und gemütlich soll es sein. Das ist das eine.

Das andere ist, dass ich Interessen habe. Und natürlich auch Accounts suche, mit denen ich mich identizieren kann. Die mich inspirieren in einem Rahmen, der nicht unerreichbar ist.

Was ich gesucht habe:

  • Frauen in meinem Alter
  • DIY / Interior in Mietwohnungen
  • Festanstellung
  • nettes Leben und schöne Partnerschaft ohne Kinder

Was ich gefunden habe:

  • Schwangere / Eltern (→ Nur das macht dich glücklich!)
  • Hausbau / Hauskauf / Eigenheim (→ Nur das macht dich glücklich!)
  • Vanlife (→ Nur das macht dich glücklich!)
  • Zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten / Einkommen (→ Nur das macht dich glücklich!)
  • Travel Influencer (→ Nur das macht dich glücklich!)
  • Sport Sport Sport (→ Nur das macht dich glücklich!)
  • BLOSS NIEMALS EVER KINDER!!111!! (→ Nur das macht dich glücklich!)
  • Optimiere dich unbedingt jeden Tag andauernd selbst. (→ Nur das macht dich glücklich!)

Aber: nichts davon in der jeweiligen Ausprägung macht mich persönlich glücklich. Tatsächlich suchte ich allen voran User und Accounts, die keine Kinder haben. Nicht, weil ich das nicht mag, sondern weil es nicht meine Lebenswelt ist. Ich suche allerdings auch keine User und Accounts, bei denen keine Kinder zu haben im Vordergrund steht. Ich suche etwas dazwischen. Das Thema darf eine Rolle spielen, aber gerne unaufgeregter. Es soll zeigen: Es ist ok, dass du dich nie bewusst gegen Kinder entschieden hast, sondern dass es sich einfach nicht ergeben hat. Und auch dass es sich nicht ergeben hat und du trotzdem nicht unzufrieden bist, ist völlig in Ordnung.

Und nun? Nehmen wir die Dinge selbst in die Hand

Tja. Aus diesem Need entsteht nun mein Plan für mein neues Instagram-Profil. Von meinem alten Profil auf Instagram verabschiede ich mich immer mehr. Damit habe ich bereits vergangenes Jahr begonnen. Ich will was neues, mich neu erfinden, anders zeigen. Inspiriert durch einen Freund habe ich mich in Dinge eingearbeitet und einen ersten zaghaften Versuch unternommen. Namen sind entstanden und wieder verworfen worden. Themen sind entstanden, haben sich aber noch nicht rund angefühlt. Equipment wurde gekauft (selbstverständlich!!!), aber nicht genutzt. Doch alles baut aufeinander auf.

Nachdem ich im Dezember bei meiner jährlichen Reflektion feststellte: Ja, ich will das wirklich, aber dazu gehört eben auch Arbeit und leider auch raus aus der Komfortzone, habe ich mich in den vergangenen Wochen (bedingt dadurch, dass ich den halben Februar krankgeschrieben war) mal wieder intensiver mit allem beschäftigt. Gelesen. Recherchiert. YouTube-Videos geschaut. Equipment gekauft (natürlich!!!). Und einen Plan entwickelt. Ich glaube, ich habe jetzt eine gute Idee davon, was meine Themen sein können. Wofür ich stehen kann. Was mich beschäftigt, und was ich teilen möchte. Eben auch aus meinem eigenen Bedarf heraus.

Let the Content Creator Reise begin

Ich werde nun also wohl Content Creatorin werden, wie man das heute nennt. Muckelig soll es werden und entspannt. Ein persönlicher Slow-Living-Account über Natur, Fotografie, Hundeleben und bewusstes Leben am Stadtrand. Ein gutes Leben muss nicht laut, schnell, nach gesellschaftlichem Drehbuch oder Erwartungen von außen verlaufen. Es wird dadurch ein gutes Leben, indem man seinen eigenen Rhythmus findet. Denn Lebenswege entwickeln sich nicht immer nach Plan, das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Oder einfacher:

Du darfst dein Leben in deinem eigenen Tempo leben – auch wenn es anders verläuft als gedacht.

Writers & Thinkers

Ich will wieder mehr schreiben (und vielleicht auch veröffentlichen). Und wie macht man das am Besten? Genau. Indem man mehr schreibt (und mehr veröffentlicht).

Mir hilft schreiben ungemeint, meine Gedanken zu strukturieren. Auch wenn es beim Schreiben oft erstmal unstrukturiert ist. Und das ist gut so. Das wird so bleiben. Wer sich daran stört, soll weiterziehen. Ich werde dafür ja nicht bezahlt und ihr zahlt eh nichts. Außer natürlich mit eurer kostbarsten Währung: Zeit. Daher solltet ihr diese auch sehr achtsam und sinnvoll nutzen. Wenn euch was nicht gefällt, weiterziehen. Nicht aufregen. Keine bösen Worte verlieren. Das kostet euch und alle anderen nur unnötig Zeit. Wir sollten unsere Zeit mit schönen Dingen verbringen und die schlechten, die wir nicht in unserem Leben haben müssen, die wir kontrollieren können, gehen lassen.

Mein Entwürfe-Ordner ist voll mit angerissenen Themen, über die ich gerne schreiben möchte. Nein. Anders. Über die ich gerne nachdenken möchte. Und damit wieder zurück zum Anfang: Schreiben hilft mir, meine Gedanken zu strukturieren.

Mein Plan ist also, in nächster Zeit nach und nach die Themen zu bearbeiten. Das wird gut! Denn 2026 steht für zwei große Sachen:

  • Alltag romantisieren und Freude in Kleinigkeiten sehen
  • Einfach mal machen. Wird gut.

Los geht die wilde Fahrt! Bist du dabei?

Neuanfänge

Ich denke in letzter Zeit oft an meine frühe Internetzeit zurück. An lange Livejournal-Nächte, an das Tagebuch schreiben mit Freunden, an die Leichtigkeit, mit der ich damals Gedanken ins Internet geschrieben habe. Irgendwann nach dem Abitur, mitten in irgendeiner späten Nacht, habe ich zum x-ten Mal WordPress installiert — und plötzlich blieb ein Blog. Mein Blog. Dieser Blog.

Ich vermisse diese Zeit sehr. Sie fühlt sich heute an wie ein warmer Rückzugsort. Leicht, unaufgeregt, irgendwie geborgen. Einfach bloggen, ohne darüber nachzudenken, wie es ankommt, wer es finden könnte oder ob es jemand „liken“ würde. SEO war kein Thema. Reichweite war kein Ziel. Und doch war da dieses kleine, freudige Aufleuchten, wenn sich jemand verirrte, las, kommentierte.
Nach und nach fand man andere Blogs, entstanden Gemeinschaften, kleine Inseln im Netz, auf denen man teilte, was einen beschäftigte. Man kommentierte gegenseitig, wurde ein Stück weit Teil im Leben anderer. Und ich vermisse genau das: dieses kleine, unperfekte Miteinander.

Später wurde alles professioneller. Blogs wirkten plötzlich sperrig, Instagram war dagegen leicht und alles hat sich allmählich dahin verschoben: ein Foto, ein Filter drüber (es gab nur wenige, daher musste man sich damit nicht lange aufhalten), ein paar Worte und fertig. Ein kleines visuelles Tagebuch. Ein Austausch, der direkt passierte. Keine Hashtags, keine Storys, keine Strategie. Einfach Alltag im Quadratformat. Es gab keine Business-Accounts, die dir was verkaufen wollten, oder Influencer, die Content produzieren müssen, um ihre Reichweite und somit die Preise für die Kooperationspartner hoch zu halten.

Vieles ist durchprofessionalisiert, glatt, auf Reichweite optimiert. Und Texte gehen fast unter — es wird geswipt, geliked, weiter.
Ich gönne jedem den Erfolg, wirklich. Aber meine kleine Gemeinschaft von früher … sie fehlt mir. Die digitalen Räume, in denen man einfach war und schrieb und sich gegenseitig auffing.

Ich merke aber auch, wie mich mein Perfektionsdenken bremst. Es schützt mich, klar — davor, bewertet oder missverstanden zu werden, davor, etwas zu teilen, das jemand seltsam findet.
Aber gleichzeitig hindert es mich daran, genau das wieder zu erleben, wonach ich mich sehne: ein Schreiben, das sich befreiend anfühlt. Ein Ort, der leicht ist. Eine kleine Gemeinschaft, die sich warm und vertraut anfühlt, selbst wenn man sich nie begegnet ist.

Ich hab dem Internet, Blogs und dem Twitter von früher sehr viel zu verdanken (an anderer Stelle dazu vielleicht mal mehr) und irgendwie mag ich das wieder zurück.

Und dann kommt allmählich der Gedanke zutage, dass ich vielleicht aufhören sollte, zu jammern und sentimental zu sein, und einfach ins Tun kommen darf. Kein Vorsatz, eher ein leises Ziel: weniger konsumieren, mehr produzieren. Und die Erkenntnis: Wenn ich mir etwas anders wünsche, kann ich direkt bei mir anfangen. Vielleicht bin ich der erste kleine Kieselstein, der Dinge ins Rollen bringt. Und wenn wir dem Gesetz der Anziehung auch nur ein bisschen Glauben schenken wollen, dann ziehe ich dadurch vielleicht genau das an, was ich mir wünsche.

In dem Sinne: Let’s try this!

Umzug in ein neues Leben

Heute vor einem Jahr war der Tag der Schlüsselübergabe unserer neuen Wohnung. Meine erste Wohnung überhaupt, bei der das offiziell von statten ging.

Alle Wohnungen vorher waren WGs und aus meiner letzten WG wurde dann meine erste eigene Wohnung. Jedenfalls war das ein sehr aufregender Tag vor einem Jahr.

Schlüsselübergabe in der neuen Wohnung

Die neue Wohnung das erste Mal vollständig leer sehen.

Schlüssel ausgehändigt bekommen und zu wissen: Hier kommt jetzt niemand mehr einfach so rein.

Nachdem der Hausmeister gegangen war und wir so alleine mit dem Schlüssel in der Hand mit einem Sekt auf die neue Zukunft anstießen, realisiert man so allmählich: Krass, das wird jetzt alles anders. Und diese wunderschöne Wohnung ist jetzt unsere. Hier werden wir wohnen.

Das war alles ganz schön surreal. Aber der Umzug stand mir noch bevor. Sowie die Übergabe meiner alten Wohnung. Ganz ehrlich? Ich zieh erstmal nicht mehr um. Das, was so hauptsächlich dazu gehört, das hat mir so gar keine Freude bereitet.

3 Tage Stuttgart

Vergangene Woche hatte ich das Vergnügen, meine neuen Arbeitskollegen und -kolleginnen nach 8 Monaten Zusammenarbeit endlich persönlich kennenzulernen. Dafür ging ist vom Stadtrand Hamburgs mit einer mittellangen Bahnfahrt nach Stuttgart.

Am Abend des ersten Tages ging ich mit einem Kollegen gemeinsam Abendessen und die Stadt ein bisschen erkunden. Es war ein wunderschöner Sommerabend und die Stuttgarter verbrachten ihn außerhalb ihrer 4 Wände auf den Straßen und den diversen Gastronomien. Dabei fiel mir wieder die angenehme Biergartenkultur Süddeutschlands auf, die ich in Hamburg schmerzlich vermisse. Man findet einen Platz, bekommt draußen was zu essen und mehrere Restaurants und Gaststätten teilen sich einen Platz. Kein Verkehr in der Innenstadt und somit ruhiges umherstreifen absolut entspannt möglich.

Der zweite und der eigentliche Haupttag war schon etwas wilder und zeigte mehr Großstadtvibes. Laut. Viel Verkehr. Lange Strecken. Hitzewelle. Ein schöner Ausblick aus dem neuen Büro auf die Weinberge (überhaupt mal wieder Berge und nicht nur Flachland, wie aufregend). Danach feiern und eine gute Zeit haben auf einem stillgelegten Schiff. Es hätte besser nicht sein können. Stunden später ging es dann mit dem Taxi wieder zurück ins Hotel und am nächsten morgen wieder mit dem Zug quer durch Deutschland zurück nach Hause.

Auch wenn ich diesen Ausflug sehr schön fand, fand ich es noch schöner, wieder zurück in mein neues kleines Quartier am Stadtrand zu kommen. Diese Ruhe, der Platz, die Natur ringsum – das gefällt mir alles schon sehr gut für den Alltag. Hier komme ich runter. Hier kann ich durchatmen und entspannen.